Therapien

Bei einem Therapiebedarf erhält Ihr Kind von Ihrem Kinderarzt, HNO-Arzt, Phoniater, Pädaudiologen oder Kinder- und Jugendpsychiater eine Verordnung für die Sprachtherapie.


Ich biete Beratung und Therapie bei folgenden Störungsbildern:


Sprachentwicklungsstörungen bei Kindern (SES,SSES):

Treten zu Beginn oder während der Entwicklung eines Kindes auf und bezeichnen eine nicht altersgemäße Entwicklung der Sprache. Sie betreffen oft mehrere Bereiche gleichzeitig (Sprachverständnis, Artikulation, Wortschatz und Satzbildung). Hierfür kann es eine Vielzahl von Ursachen geben, z.B. Hörstörungen, neurologische Störungen, Fehlbildung der Sprechorgane, mangelnde Sprachanregung, Mehrsprachigkeit.


Late Talker (späte Sprecher):

Sind Kinder mit einer deutlich verlangsamten Sprachentwicklung zwischen dem 1. und 3. Lebensjahr. Es liegen hierbei keine organischen Ursachen vor. Überwiegend haben diese Kinder einen geringen Wortschatz und fehlende Zweiwortäußerungen / Wortkombinationen. 


Dyslalie (phonetisch-phonologische Störung):

Handelt es sich hierbei um eine reine Artikulationsstörung (phonetisch), gelingen ein oder mehrere Laute sprechmotorisch nicht (z.B. Lispeln). Es kann sich auch um eine phonologische Aussprachestörung handeln, bei der die einzelnen Laute korrekt gebildet werden können, im Wort aber falsch angewendet werden. Meist fehlen die bedeutungstragenden Merkmale der Laute und ähnlich klingende Laute können noch nicht differenziert werden  („Tanne“ statt „Kanne“).


Stottern/Sprechunflüssigkeiten:

Innerhalb Sprachentwicklung kann es phasenweise zu unflüssigem Sprechen kommen (Silben-, Wort- oder Satzteilwiederholungen). Diese Unflüssigkeiten entstehen bei 80% der Kinder während des Erlernens grammatischer Strukturen und bilden sich in den meisten Fällen von allein zurück. Von Stottern spricht man erst, wenn die Unflüssigkeiten über einen längeren Zeitraum (ca. 6 Monate) auftreten und das Kind beginnt Vermeidungsverhalten beim Sprechen zu zeigen, sehr angestrengt und körperlich angespannt spricht und evtl. sogar im Sprechen blockiert ist. Der Übergang von entwicklungsbedingten Unflüssigkeiten zum Stottern verläuft oft fließend. Eine fundierte Diagnostik und Beratung der Eltern ist daher anzuraten. Sobald bei den Eltern große Unsicherheiten bestehen und/oder bei dem Kind ein Leidensdruck entsteht, ist bereits eine Beratung/Therapie sinnvoll.


Poltern

Beim Poltern kommt es ebenfalls zu Symptomen unflüssigen Sprechens, infolge eines überhasteten Sprechtempos. Die Artikulation klingt undeutlich und verwaschen. Dies äußert sich u.a. in Verschmelzungen von Laut- und Silbenfolgen.


Sprachstörungen bei Behinderung

Eine Sprachstörung im Rahmen einer geistigen-, Körper-, Lern- oder Mehrfachbehinderung kann genetische/neurologische   und auch psychische Ursachen haben. Die Symptome sind abhängig vom jeweiligen Syndrom und weisen oft folgende Merkmale auf:

Mundmotorische Störungen, eingeschränkter Wortschatz, eingeschränktes Sprachverständnis, verwa-schene/undeutliche Aussprache, Dysgrammatismus

Das Therapieziel ist die Vermittlung basaler, sprachrelevanter Fähigkeiten, um den Spracherwerb zu unterstützen und die kommunikative Sicherheit im Alltag  zu stärken. Für den Erfolg der Therapie ist eine Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Erziehern/Lehrern, Therapeuten und Eltern sehr wichtig.


Zentral-auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (ZAVWS)

Bei zentral-auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (ZAVWS) ist die Weiterleitung und Verarbeitung von gehörten Informationen im Hörnerv und Gehirn beeinträchtigt. Das Hören über die Ohren, ist in diesem Fall nicht betroffen, d.h. das Kind hört richtig und auch ein Hörtest beim HNO-Arzt zeigt keine Auffälligkeiten. 

Insgesamt fallen Kinder mit einer ZAVWS häufig durch eine leichte Ablenkbarkeit und Unkonzentriertheit auf. Sie lassen sich schnell von Geräuschen ablenken und ihr Sprachverständnis in lauter Umgebung ist beeinträchtigt, was häufig Lernschwierigkeiten zur Folge hat. Auch können verbale Anweisungen nicht vollständig behalten werden und es fällt schwer vorgelesene Geschichten aufmerksam zu verfolgen. 

In der Schule fällt meist auf, dass diese Kinder schwer Buchstaben erlernen, ähnlich klingende Laute verwechseln, Reime und Anlaute nicht gut erkennen. Hieraus kann sich nicht selten eine Lese-Rechtschreib-Störung entwickeln. In der Therapie werden nach der Abklärung durch einen Phoniater/Pädaudiologen die betroffenen Teilbereiche der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung durch individuell abgestimmte Übungen trainiert. Auch die Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrern/Erziehern und behandelnden Ärzten ist hier sehr wichtig.


Myofunktionelle Störungen

Bei einer myofunktionellen Störung sind die Muskelspannung und das Bewegungsmuster der äußeren und inneren Mundmuskulatur gestört. Hierfür können organische Faktoren, wie auch eine Dysbalance des Muskeltonus oder habituelle Faktoren (z.B. Daumenlutschen) verantwortlich sein. Kinder mir einer Myofunktionellen Störung zeigen oft eine offene Mundhaltung, eine falsche Zungenlage mit falschem Schluckmuster und Artikulationsstörungen. Folge hiervon können häufig eine Fehlstellung der Zähne sein (offener Biss, Überbiss). Nach eingehender zahnärztlicher, kiefernorthopädischer und/oder HNO-Untersuchung trainiert das Kind die Wahrnehmung im Mundbereich und die orofaciale Muskulatur, erlernt eine korrekte Zungenlage oder den Mundschluss und erhält anschließend eine Artikulationstherapie wenn nötig. 


Bei dieser Auflistung von Störungsbildern und deren Erläuterung wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Es soll Interessierten lediglich einen Überblick geben.

© Martina Schultz-Zachos 2016