Konzept

Grundlage einer funktionierenden Sprachtherapie ist die vertrauensvolle und wertschätzende Beziehung zwischen den Kindern, Eltern und dem Therapeuten. Ich betrachte die sprachlichen Schwierigkeiten des Kindes nicht isoliert, sondern versuche immer auch die Gesamtheit der Person einzubeziehen. Bei einer ganzheitlichen Therapie beachte ich ebenso die Wahrnehmung und Motorik wie auch die psychische Verfassung, den soziokulturellen Hintergrund und umweltbedingte Faktoren. Ist ein Kind mit der üblichen therapeutischen Vorgehensweise nicht zu erreichen, muss ich mich als Therapeutin und Pädagogin hinterfragen. Ich bin gern bereit, neue oder ungewöhnliche Wege zu gehen, um mit dem Kind eine Ebene zu finden, auf der wir gemeinsam arbeiten können und Lernen möglich wird.

Die Eltern, als Profi für ihr Kind, spielen für das Gelingen der Therapie zusätzlich eine wichtige Rolle. Sie werden so weit wie möglich in den therapeutischen Prozess einbezogen, damit die Übertragung der Therapieinhalte auf den häuslichen Bereich ermöglicht wird. Ihre Rückmeldung gibt mir wertvolle Informationen über den Erfolg meiner Behandlung.     

Der interdisziplinäre Austausch, z.B. mit Ärzten, Erziehern / Lehrern, Frühfördereinrichtungen, Ergo- und Physiotherapeuten versteht sich m.E. von selbst. 

In der Therapie ist es meine Aufgabe Situationen zu schaffen, die natürliche Sprechanlässe provozieren, kindgerecht, alltagsnah und interessenbezogen sind. Gern agiere ich daher mit Kindern in scheinbar freiem Spiel, das ich je nach Zielsetzung therapeutisch aufbereite. Hier kann ich ihrem Kind auf einer vertrauten Ebene begegnen, auf der es entspannt und offen ist für Herausforderungen. Damit die Lerninhalte auch tatsächlich „begriffen“ werden können und Sprache als natürliches Kommunikationsmittel benutzt wird, versuche ich möglichst handlungsorientiert zu arbeiten. Durch den Umgang mit unterschiedlichen Materialien und Spielformen, in vorstrukurierten Handlungsabläufen, ist es möglich Satzbau, Sprachverständnis, Wortschatz, Lautbildung, Wahrnehmung, Merkfähigkeit und vieles mehr einzubeziehen. Ganz nebenbei trainiert das gemeiname Spiel die Konzentration, Kreativität, Problemlösefähigkeit und das Selbstvertrauen ihres Kindes.

Allerdings gibt es auch Situationen, in denen das spielerische Konzept allein nicht ausreicht. Bei Kindern mit Lautbildungsfehlern, Dyspraxie oder ausgeprägten phonologischen Störungen, ist zusätzlich eine direkte Artikulationsarbeit und bewusste Konfrontation mit Sprache notwendig. Hierbei profitiere ich aber wiederum von den zuvor positiven Erlebnissen mit Sprache und Kommunikation aus dem Spiel und der dort gefestigten Vertrauensbasis.

© Martina Schultz-Zachos 2016